Punkten mit Aktualität

Point of Sales – Standortdaten für die Standortplanung


Point of Sale, kurz PoS, bezeichnen den Ort, an dem der Kunde einkauft und das Unternehmen verkauft. Wir haben in früheren Ausgaben der Zoom! bereits über diese umfassende Datenbank berichtet, die für mehr als 700 Filialisten und Franchise-Unternehmen hochaktuelle Standortdaten zur Verfügung stellt. In diesem Beitrag wollen wir darauf eingehen, wie diese Daten erhoben werden und warum sie an Aktualität und Genauigkeit wohl einmalig sind.

EyeMark/iStockphoto.com
EyeMark/iStockphoto.com

Die Informationen zu der Neueröffnung eines Standorts werden Sie zuerst im Internet finden – ein Umstand, der bei der Aktualität der PoS-Daten eine entscheidende Rolle spielt.

Das Karlsruher Unternehmen STP Business Information hat sich von Anfang an der Erfassung von Business-Daten aus dem Internet verschrieben. »Schon 2003, damals noch unter Inobas firmierend, haben wir Firmendaten automatisiert aus dem Web erhoben«, erläutert Ralph Roßmanith, Mitglied der Geschäftsleitung im Unternehmen. »Wir haben einfach erkannt, dass die Aktualität höher ist als in jedem anderen Medium.«

Denn wenn eine neue Filiale eröffnet wird, ein Geschäft seinen Standort verlagert oder sich Öffnungszeiten ändern, dann werden diese Angaben umgehend auf den Webseiten der Unternehmen korrigiert – schließlich sollen die Kunden die Geschäfte auch erreichen.

Hochgradig automatisiert

Die PoS-Daten erhebt STP-BI seit 2013. Inzwischen werden die Webseiten von mehr als 700 Filialisten und Franchise-
Unternehmen durchsucht, was zu rund 300.000 Datensätzen führt mit Informationen wie Marke, Adresse, geografische Koordinate sowie teilweise erweiterte Angaben wie Öffnungszeiten, Kommunikationsdaten und individuelle Merkmale. Die Auswertung erfolgt mindestens zwei Mal im Jahr.

Das verweist schon darauf, dass der Prozess hochgradig automatisiert ablaufen muss. Vor allem, wenn man bedenkt, dass die Webseiten der Unternehmen selten nach dem gleichen Schema aufgebaut sind. Der erste Schritt besteht daher darin, für eine Marke die grundsätzliche Struktur der Datenübernahme festzulegen. Wenn diese Voraussetzung geklärt ist, können die Angaben ausgelesen und homogenisiert werden: Dubletten identifizieren, Schreibweisen vereinheitlichen, Telefon- und Faxnummern erkennen, E-Mailadressen interpretieren. »Vor allem der letzte Punkt wurde erst kürzlich angepasst«, erläutert Ralph Roßmanith. »Die Einführung der DSGVO hatte auch für uns Auswirkungen, so werden z. B. jetzt nur noch nicht-personalisierte E-Mailadressen übernommen.«

Bei aller Automatisierung ist im Rahmen der Qualitätskontrolle immer noch manuelle Arbeit erforderlich. Webseiten ändern sich, und damit auch der strukturelle Aufbau der Daten. Entsprechende Prüfmechanismen sorgen dafür, dass solche Fälle erkannt und angepasst werden.

Standortplanung und Wettbewerbsanalyse

»Die fertigen Daten werden dann an unseren Partner DDS übergeben, dort mit Geokoordinaten versehen und als Produkt angeboten«, ergänzt Ralph Roßmanith. »Neben den ausführlichen Daten für ganz Deutschland bieten wir auch einen reduzierten Datensatz für Europa an, der jährlich aktualisiert wird.«

Gerade für die Planung von Standorten, für die Analyse des Wettbewerbs oder die Bewertung von Agglomerationen eignen sich diese Daten aufgrund ihrer Aktualität sehr gut – wie ein Beispiel belegt: Eine Drogeriemarktkette nutzt spezielle Auszüge aus der Datenbank, um europaweit die Wettbewerber zu beobachten. Die Tat-
sache, dass die Daten vier Mal im Jahr angefordert werden, zeigt, welche Rolle die Aktualität spielt!

Ein Punkt, den Ralph Roßmanith zum Schluss noch einmal hervorhebt: »Das Besondere an diesen Daten ist, dass wir damit ein Universum geschaffen haben, das am Markt in Bezug auf Aktualität und Genauigkeit seinesgleichen sucht. Dadurch, dass die Webseiten der Filialisten schon aus Eigeninteresse heraus immer aktuell sein müssen, sind auch die Daten am aktuellsten. Adressänderungen oder neue Filialen sind erwartungsgemäß zuerst dort zu finden.« Ein einleuchtender Punkt, der auch als Schlusspunkt punktet. •••

Die geokodierten Point-of-Sale-Daten werden direkt über DDS vertrieben.